Nicht bei uns!

Gewaltprävention

Hilfe und Prävention zum Thema sexualisierte Gewalt im Harburger Türksport e.V.

Vertrauensperson

Florian-Niklas Bertzen

Kinder- und Jugendschutzbeauftragter des Vereins. Er steht als Vertrauensperson zur Verfügung – auch für alle Fragen zur Prävention – und besitzt praktische Erfahrung in der Opferbetreuung.

Ausgangssituation

Der Harburger Türksport e.V. wurde von Menschen mit Migrationshintergrund gegründet. Viele unserer Mitglieder haben in ihrem Leben Erfahrung mit Diskriminierung, Rassismus und gesellschaftlichen Vorurteilen gemacht – häufig verbunden mit der Annahme, dass Gewalt ein Teil ihrer Kultur sei. Diese Vorurteile verletzen und wirken über Generationen hinweg. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, ein starkes Zeichen gegen jede Form von Gewalt zu setzen – ob körperlich, psychisch oder sexualisiert.

In unserem Verein verurteilen wir Gewalt in jeglicher Form. Wir stehen für Respekt, Sicherheit und Gleichberechtigung. Unser Ziel ist es, allen Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Alter – einen sicheren Ort für Sport, Begegnung und persönliche Entwicklung zu bieten.

Auch im Sport sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor Grenzverletzungen und Übergriffen nicht automatisch geschützt. Umso wichtiger ist es, offen und aufmerksam mit diesen Themen umzugehen und als Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen.

Laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation und der Beauftragten in Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs sind 1–2 Kinder je Klasse bereits Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden oder leiden aktuell noch darunter. Die Täter stammen häufig aus dem Nahfeld der Opfer, zum Beispiel Jugendleiter und Trainer.

Quelle: Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Was ist sexualisierte Gewalt?

Sexualisierte Gewalt beschreibt jede Handlung, die die Selbstbestimmung eines Menschen über seinen Körper und seine Sexualität verletzt. Sie beginnt oft nicht körperlich, sondern mit abwertenden Bemerkungen, anzüglichen Blicken oder unerlaubtem Eindringen in persönliche Räume (z. B. Umkleiden). Auch vermeintlich harmlose Berührungen im Training können Grenzen überschreiten.

Täter nutzen häufig Vertrauen und Nähe aus – im Familienkreis, in der Schule oder im Sportverein. Sie handeln geplant und manipulativ, oft über lange Zeit. Sexualisierte Gewalt kann jeden Menschen treffen, unabhängig von Geschlecht, Religion oder sozialem Hintergrund.

Wichtig ist: Man erkennt Täterinnen und Täter nicht auf den ersten Blick. Sie wirken unauffällig, freundlich und engagiert – genau deshalb ist Achtsamkeit so entscheidend.

Unsere Haltung: „Nicht mit uns!“

Als Trainer:innen, Betreuer:innen und Mitglieder des Harburger Türksport e.V. tragen wir eine besondere Verantwortung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen sich bei uns sicher, respektiert und ernst genommen fühlen.

  • Ein Nein ist ein Nein.
  • Grenzen werden respektiert.
  • Gewalt – in welcher Form auch immer – hat in unserem Verein keinen Platz.

Wir achten auf respektvollen Umgang, greifen bei unangemessenem Verhalten ein und fördern eine Kultur des gegenseitigen Schutzes. Wenn Kinder oder Jugendliche uns ansprechen, nehmen wir sie ernst und handeln entschlossen.

Sexuelle Gewalt sollte in unserem Verein niemals vorkommen – aber falls ihr Situationen erkennt, schaut nicht weg! Nehmt die Betroffenen ernst und unterstützt sie.

Maßnahmen im Verein

Vertrauensperson

Unser Kinder- und Jugendschutzbeauftragter steht als erste Anlaufstelle für Betroffene und für alle Fragen zur Prävention sexualisierter Gewalt zur Verfügung. Er vermittelt fachliche Hilfe, sorgt für einen sachlichen Umgang bei Verdachtsfällen und arbeitet mit offiziellen Stellen und Netzwerken zusammen.

Führungszeugnis & Ehrenkodex

Alle Übungsleiter:innen und Betreuer:innen ab 16 Jahren legen ein erweitertes Führungszeugnis vor. Außerdem verpflichten sie sich, den Ehrenkodex der Deutschen Sportjugend zu unterzeichnen und danach zu handeln.

Schulungen & Schutzkonzepte

Der Verein bietet regelmäßige Fortbildungen und Präventionsmaßnahmen an, um Mitglieder und Mitarbeitende zu sensibilisieren. Wir entwickeln Gefahrenanalysen und Schutzkonzepte, die laufend überprüft und verbessert werden.

Zu den Aufgaben der Vertrauensperson gehört

  • Erstkontakt für Betroffene und Vermittlung von fachlicher Hilfe
  • Erste Ansprechperson in Verdachtsfällen und für einen sachlichen, fachlichen Umgang zu sorgen
  • Teilnahme und ggf. Mitarbeit an örtlichen und regionalen Netzwerken gegen sexuelle Gewalt
  • Kontakt zu amtlichen Stellen in Harburg und der Hamburger Sportjugend
  • Hilfestellung bei der Erarbeitung von Gefährdungsanalysen und Schutzkonzepten für Abteilungen
  • Fortbildungsangebote für Trainer zum Thema „sexualisierte Gewalt“